ClubCars – Folge 9

von Ulrich Croé

Franzose aus Italien

Franzose oder Italiener? Schwierig, denn das Peugeot 306 Cabrio von Katharina und Heinz Heuerz ist
im Grunde beides. Gebaut wurde der Wagen in Turin bei Pininfarina, der hat auch die Karosserie
gezeichnet, das wesentliche Innenleben (Chassis, Motor, Getriebe, Achsen usw.) stammt natürlich
von Peugeot. Auffallend und charakteristisch ist die Karosse mit der Wespentaille, die die
Kombination von Eleganz und Sportlichkeit ausdrückt.
Das blaue 306-Cabrio erblickte 2000 das Licht der Welt, verfügt über einen 1600 Kubik-Motor, der 88
PS produziert. Damit gehört er zwar nicht zu den Potenzprotzen, aber für ausreichend Vortrieb reicht
es allemal. Das Stoffdach reagiert auf Knopfdruck elektrisch-hydraulisch und lässt die Sonne
ungehindert auf die Insassen scheinen.


Katharina, Heinz und der Peugeot erleben in der Youngtimer-Klasse ihre erste komplette Saison bei
Oldtimer-Rallyes und im Euregio Classic Cup und freuen sich über jeden (auch kleinen) Erfolg. Mit
ihrem französisch-italienischen Cabrio zählen sie zu den Exoten in den Starterfeldern, denn in ganz
NRW gibt es nur einen einzigen Markenkollegen, der einen solchen Wagen im Oldtimersport einsetzt.
Also hoher Seltenheitsfaktor, denn im Augenblick sind in der gesamten Republik nur noch rund 4.500
derartige Cabrios zugelassen.
Rund 70.000 Peugeot 306 Cabrios verließen zwischen 1994 und 2002 mit unterschiedlichen
Motorisierungen und Ausstattungsvarianten die Pininfarina-Hallen in Turin. Nach Deutschland fanden
davon rund 15.000 Stück den Weg. Katharina und Heinz fahren einen 306er mit so genannter „St.
Tropez“-Sonderausstattung, die u.a. mit einem Stoffdach in Wagenfarbe aufwartet.
Der Wagen in „bleu de chine“ hat erst 128.000 km auf der Uhr, befindet sich in absolutem
Originalzustand und die Frage „Franzose oder Italiener“ bleibt weiter Interpretationssache.

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