Die Metz Rallye zählte in den Jahren 1973 bis 1986 zu den bedeutesten in Deutschland. Die Liste der Gesamtsieger in diesen Jahren beinhaltet so klangvolle Namen wie:



Alle hier aufzuzählen würde zu weit führen.

Seit nunmehr sieben Jahren wird diese Tradition in Form einer Classic Rallye vom Automobil-Club-Stein, vor den Toren Nürnbergs, fortgeführt. Und sie hat nichts von ihrem Flair verloren.

Start und Ziel führten die 88 teilnehmenden Fahrzeuge durch (ja richtig, „durch“) das eigens aufgebaute Festzelt, welches auch als Rallyezentrum diente.Vorgestellt vom, in der Szene seit Jahren bekannten, Moderator und Sprecher Michael Hagemann.

Auch die 17 Wertungsprüfungen auf der insgesamt 500 Kilometer langen Strecke waren teilweise mit denen der damaligen Ausgabe identisch.

Nur dass es heute nicht mehr um Bestzeiten geht, sondern nach vorgegebenen Sollzeiten gefahren wird.

An 159 Stellen wurde die Einhaltung dieser Zeiten mittels Lichtschranken überwacht.

  

Reichlich Werbeaufkleber der Sponsoren und Zusatzscheinwerfer für die Nachtetappe machten aus unserem Serienauto dann zumindest optisch einen richtigen Rallyewagen.

Dass wir von der Kreisklasse in die Bundesliga des Classic Sports aufgestiegen sind, wurde uns dann schnell bewusst gemacht.

Trickreich aufgestellte Lichtschranken in rascher Folge und hohe Durchschnittsgeschwindigkeiten sorgten dafür, dass unser Strafpunktkonto stetig zunahm.

Schotterpassagen mit heftiger Staubentwicklung sowie Gewitterschauer am zweiten Tag machten es auch nicht unbedingt leichter.

Dennoch, die Route durch den Süd-Westen Frankens bis ins Fränkische Seenland war einfach ein Genuss. Traumhafte und kaum befahrene kleine Strassen ohne Ende.

Ein Bordbuch mit erstklassiger Wegbeschreibung und hundertprozentig genauer Kilometrierung half uns dabei, den Heimvorteil, der meisten anderen Teilnehmer, möglichst klein zu halten.

Und obendrein die begeisterte Bevölkerung. Selbst in den kleinsten Dörfern war alles, von jung bis alt, auf den Beinen bzw. auf den Beinen ihrer Campingstühle, um dem Tross zuzuwinken. Sogar komplette Grillparties mit Bierausschank sah man hier und da.

Rundkurse sorgten für das mehrfache passieren dieser Stellen und damit wachsender Begeisterung der Zuschauer

Und das Blitzlichtgewitter bei der Nachtetappe kam uns ein bisschen vor, wie am Col de Turini bei der Rallye Monte Carlo.  Überhaupt, diese Prüfung durch Wälder in völliger Dunkelheit hatte einen gewissen „Gänsehauteffekt“.

Zwischenpausen bei der Firma Herpa (Miniaturautomodelle), der Firma Henglein (Kloßteig für alle), dem Autohaus Feser in Schwabach (mit Zeitprüfung durch die Werkstatthallen) und im Parkhotel Gunzenhausen ließen ab und zu neue Kraft schöpfen und gewährten  interessante Einblicke.

Nachdem das Ziel erreicht, der Sekt getrunken und die Stoppuhr abgekühlt war, stand noch das Abendessen und die Siegerehrung im Süd-West-Park Hotel auf dem Programm.

Nun gut, den Metz-Farbfernseher für den Gesamtsieger hätten wir sowieso nicht tragen können, also waren wir mit dem 9. Platz von 19 in unserer Klasse und dem 49. im Gesamt auch nicht enttäuscht. Hatten wir am Ende 2 Minuten und 4 Sekunden eingefahren, waren es beim Gesamtsieger 9,99 Sekunden (Norbert Henglein / Günter Röthel, Porsche 911 RSR). Das sind im Durchschnitt 6 Hundertstel Sekunden pro Messstelle. Da können wir nur den Hut ziehen und über trainieren nachdenken. Zusammenfassend können wir sagen: 

eine Top-Veranstaltung, von vielen fleißigen, freundlichen und hilfsbereiten Helfern organisiert und präsentiert.

  

Dieter Grunenberg & Inge Göbbels




7.Internationale ADAC Metz Rallye Classic

29./30.04.2011