Ein paar Tage Urlaub und die äußerst reizvolle Landschaft des neuen fränkischen Seenlands südlich von Nürnberg ließen uns die fast 500 Kilometer Anreise ins bayrische Ramsberg am großen Brombachsee lohnenswert erscheinen. Die freiwillige Feuerwehr feierte ihr 125 jähriges Bestehen und richtete dazu, am Himmelsfahrtstag, mit Hilfe der ansässigen Motorsportclubs, eine Oldtimerrallye aus, zu der sich die erstaunliche Zahl von 104 Teams angemeldet hatten.

Umso verblüffter waren wir, als uns ein Teilnehmer aus München mitteilte, er hätte ein weiteres Team aus Eschweiler gesichtet. Eine BMW Isetta hätte er dabei , und so war uns schon fast klar, wer das wohl ist. Völlig unabgesprochen und überrascht begrüßten wir unsere Klubmitglieder Birgit und Franz-Josef Hansen.


Fortan wurde nur noch über den imaginären Pokal für die weiteste Anreise gefrotzelt. Schließlich liegen unsere Wohnungen nur wenige hundert Meter auseinander.

Die Fahrt startete dann über eine Rampe direkt am Ufer des Sees und war als Bildersuchfahrt mit einigen Sonderprüfungen ausgerichtet.

Über 50 Bilder waren zu finden und genauso viele Fragen zu beantworten. Die Bilder waren zum Teil im Winter aufgenommen, und somit nicht so einfach zu erkennen. Denn im Schnee sieht es nun mal anders aus, als mit grünen Bäumen. Auch bei den Fragen wurde schnell klar, dass die einheimischen Starter einen klaren Vorteil hatten. Wurde doch zum Beispiel nach den Namen von Bergkuppen am Horizont, oder kleinen Bächen in Dörfern gefragt, die nur mit Hilfe zufällig daherkommenden Eingeborenen zu lösen waren. Die Sonderaufgaben in Form von Gatterfahren, mittig fahren, Radumdrehungen usw. gelangen uns überraschender Weise so gut, dass die bayrischen Sachrichter nur noch über die „Preußen“ staunten.Nach einer schönen Tour durch noch schönere Landschaft ging es zur Siegerehrung. Wie landesüblich in einem Riesenfestzelt, mit ebenfalls riesigen Biergläsern.


Dann die Überraschung :

Platz 1 für uns. Und nicht nur in der Klasse, sondern auch im Gesamt.

Konnte also die Masse der Starter ihren Heimvorteil nicht nutzen.

Selbst Franz-Josef holte auf den teilweise ziemlich steilen Strecken alles aus seiner Isetta

und konnte, obwohl er ohne Beifahrer unterwegs war, den 10ten Platz in seiner Klasse belegen.

Ausgiebig gefeiert wurde dieser Erfolg dann bei fetziger Musik und oben erwähnten Biergläsern (es war ja schließlich auch Vatertag).

Die Frage der weitesten Anfahrt blieb schlussendlich ungeklärt.


Dieter Grunenberg

3-Seen Oldtimer Rallye  oder  "So klein ist die Welt"

21.05.2009